Deutscher Alpenverein Sektion Frankenland

Veranstaltungen

Herbstwanderung im Zittauer Gebirge in der Oberlausitz vom 13. – 15. Oktober 2017

Wo sich im Osten die Staatsgrenzen Deutschlands, Polens und Tschechiens treffen, liegt die Lausitz.
Der nördliche Teil, die Niederlausitz, liegt im Süden des heutigen Bundeslands Brandenburg, die Oberlausitz umfasst den Osten des Bundeslands Sachsen.

Das Oberflächenrelief des Zittauer Gebirges, das als kleinstes Mittelgebirge Deutschlands gilt und das seit 2007 Naturpark ist, ähnelt in weiten Teilen dem der Sächsischen Schweiz. Einige kleine Bäche haben sich tief in den Sandstein gegraben und dabei spektakuläre Täler geschaffen. Wände mit charakteristischen Verwitterungserscheinungen sind besonders bei Oybin und Jonsdorf zu finden.

Um einen Teil der Oberlausitz zu erkunden, treffen wir uns am Freitag, 13. Oktober, an der U-Bahnstation Rothenburger Straße. Abfahrt ist um 6.00 Uhr. Wir fahren wieder mit einem Bus der bewährten Firma Omnibus Grötsch aus Stöppach.

Über Chemnitz, Dresden und Zittau geht unsere Fahrt und wir werden gegen Mittag unser Ziel, das Landguthotel Café Meier im Kurort Oybin, erreichen.
Nach dem Bezug der Zimmer und einem Imbiss machen wir uns auf den Weg zum Berg Oybin.

Der Kurort Oybin, ganz im Tal gelegen, ist pulsierender Mittelpunkt des Zittauer Gebirges, umgeben von einem Kranz grüner Berge. Im Zentrum ein bienen-korbähnliches Sandsteinmassiv – der Berg Oybin.

Am Aufgang zum Berg Oybin befindet sich ein Kleinod barocker Baukunst, die 1734 erbaute Kirche, die auch das Hochzeitskirchlein genannt wird.

Die Bilder an den Emporen und der Decke der Kirche gestalteten einheimische Künstler. Sie wandten dabei die sogenannte Grisaille-Technik an. In diesem Grau-in-Grau-Stil wurden damals Vorlagen für die Damastweber in der Region gezeichnet.

Weiter führt der Weg durch die Ritterschlucht zur Ritterbrücke und Vorburg.

Burg und Kloster Oybin – eine zauberhafte Begegnung mit Gotik und
Romantik -

Die gesamte Burg- und Klosteranlage erstreckt sich über eine etwa 4 Hektar große Fläche auf dem Plateau des Oybin. Zunächst nur einfache Befesti-gung, wurde die Burg Anfang des 14. Jh. zu einer wehrhaften Anlage ausgebaut. Mitte des 14. Jh. ließ der deutsche Kaiser Karl IV. hier ein Kaiserhaus errichten und stiftete dem Orden der Cölestiner ein Kloster, dessen imposante Kirche unter Mitwirkung der berühmten Prager Dombauhütten errichtet wurde.
1577 zerstörte ein Blitzschlag die Anlage und die Naturgewalten bemächtigten sich ihrer, bis sie von den Malern der Romantik wiederentdeckt wurde. Viele Künstler wie Alexander Thiele (Hofmaler von Friedrich August III.), Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus sowie Ludwig Richter wählten den Oybin als Motiv für ihre Malerei und machten ihn weithin bekannt.

Die Klosterkirchruine bietet einen überwältigenden Eindruck eines Kirchenbaues.
Im historischen Berggasthof mit Rittersaal speisten schon Kaiser, Könige und Fürsten.

Ein Rundgang auf dem Bergring-weg bietet einzigartige Aussichten in den Talkessel und auf die um-liegenden Berge. Felsstufen füh-ren hinunter in das Tal des Haus-grundes, vorbei an dem geschnitzten Ritter zum Hausgrundteich, in dessen Wasser sich die Ruine spiegelt.

Am Bahnhof der Zittauer Schmalspurbahn vorbei erreichen wir schließlich wieder Oybin.

Das Landguthotel Meier lädt uns dann zum Abendessen ein. Unser Helmut
Hofmann hat wieder sein Akkordeon dabei und so können wir den Abend bei Musik und Gesang beschließen.

Wem der Aufstieg durch die Ritterschlucht zur Klosteranlage zu anstrengend ist, kann mit dem Oybiner Gebirgsexpress hinauffahren.

Am zweiten Tag verlassen wir nach dem Frühstück um 8.45 Uhr unser Hotel. Um 9.00 Uhr erwartet uns der Oybiner Gebirgs-Express. Es handelt sich um eine Kleinwegebahn mit 2 Anhängern.
Bei einer etwa 2 ½-stündigen Fahrt erhalten wir interessante Informationen zur Umgebung. Von Oybin geht es über Olbersdorf - Bertsdorf – Großschönau – Waltersdorf – Saalendorf – Jonsdorf – Hain zurück nach Oybin.Besonders sehenswert sind dabei die Umgebindehäuser, die in mehre-ren Orten auf dieser Strecke zu fin-den sind. Charakteristisch ist eine senkrechte Stützenkonstruktion mit markanten, die Fenster umschließ-enden Holzbögen, das sogenannte Umgebinde, das das Dach oder – falls vorhanden – das Fachwerk-Obergeschoss trägt und mit der da-runterliegenden Blockstube aus waagrecht liegenden Balken verbin-det. Die Blockstube war der einzige beheizbare Raum. In vielen Umge-bindehäusern stand hier der Webstuhl; in der Oberlausitz wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein Hausweberei betrieben. Besondere Sorgfalt legten die Besitzer der Umgebindehäuser auf die Gestaltung der Hauseingänge. Die Giebel auf den Kopfseiten wurden häufig mit schönen Mustern aus Schieferplatten verkleidet. Ab dem 17. Jahrhundert entstanden auch große, mehrgeschossige Umgebindehäuser, die sog. Faktorenhäuser. Sie fallen durch noch reichere Verzierungen und eine großzügige Ausstattung auf, die vom Wohlstand ihrer damaligen Besitzer zeugt.

Nach der Rückkehr in Oybin beginnt unsere Wanderung zu mehreren schön gelegenen Aussichtspunkten inmitten einer eindrucksvollen Fel-senlandschaft. Höhepunkte sind dabei der Scharfenstein, auch „Matterhorn der Oberlausitz“ genannt, und die zahlreichen Aussichtskanzeln auf dem Töpfer.
Wir steigen nun in ca. 45 Minuten hinauf zum Töpfer. Um 12.30 Uhr werden wir zum Mittagessen in der mehr als 100-jährigen „Töpferbaude“ erwartet.
Nach dem Essen führt uns der Weg zur „Böhmischen Aus-sicht“, dann passieren wir die „Kleine Felsengasse“ und errei-chen schließlich den Scharfen-stein. Über eine gut gesicherte Treppenanlage können wir den Gipfel besteigen, auf dem uns ein hervorragender Rundblick über die Berge des Oybiner Talkessels erwartet.
Auf dem Scharfensteinweg und über den Grenzweg gelangen wir zum Forsthaus Lückendorf und weiter über die Oberaue zum Fürsten-steig. Ihm folgen wir bergab und dann vorbei an den sehr interessanten „Rosensteinen“ zum Ausgangspunkt.

Die gesamte Wanderung dauert etwa 4 Stunden.
Es besteht jedoch die Möglichkeit, mit dem Gebirgs-Express zum Töpfer hinauf und auch wieder hinunterzufahren. Wer mitwandern, aber abkürzen will, kann sich nach einem gemeinsamen Stück des Weges der Führung von Gunda anvertrauen.

Nach dem Abendessen in unserem Hotel sorgt ein Alleinunterhalter für Stimmung Am dritten Tag nehmen wir nach dem Frühstück Abschied von Oybin. Um 9.00 Uhr fahren wir mit dem Bus nach Görlitz. Deutschlands östlichste Stadt gilt als städtebauliches Wunder. An kaum einem Ort in Europa ist es möglich, so übergangslos durch die Stilepochen von der Gotik über Renais-sance und Barock bis hin zu Gründerzeit und Jugendstil zu spazieren. Dabei lassen sich Schätze aus mehr als einem halben Jahrtausend euro-päischer Architekturgeschichte entdecken. Mit ca. 4.000 denkmalge-schützten Gebäuden verfügt die Stadt an der Neiße über eine außergewöhnlich hohe Konzentration an Einzeldenkmälern. Dass dieses lebendige Architekturmuseum heute schöner als je zuvor erstrahlt, ist ein Glücksfall. Im Zweiten Weltkrieg wurde Görlitz – bis auf eine Brücke über die Neiße – kaum zerstört. Danach versank die Stadt in einen Dornröschenschlaf. Nach der Wiedervereinigung konnte die Bausubstanz dank großzügiger Förderungsmaßnahmen und privaten Engagements aufwendig saniert und restauriert werden.
Hierzu gibt es eine wahre Geschichte, die wie ein Märchen klingt: die Görlitzer Altstadtmillion.
Von 1995 an ging auf einem Konto der Stadt alljährlich 1 Mio. DM ein – später etwas mehr als eine halbe Million EURO. Damit sollten Privat-leute und Institutionen bei der Sanie-rung ihrer Baudenkmäler unterstützt werden. Nichts dürfe über seine Identität oder Motive bekannt wer-den, ließ der oder die großzügige Unbekannte die Stadtväter wissen. Für die Verwaltung der Gelder wur-de eine Stiftung (Altstadtstiftung) ge-gründet. Das Kuratorium für Maß-nahmen der Denkmalpflege vergab das Geld an Bauherren und Institu-tionen. Die auf diese Weise geför-derten Objekte sind im Stadtbild leicht an den Edelstahltafeln mit der Aufschrift „Gefördert durch die Alt-stadtstiftung Görlitz“ zu erkennen. Mit dem Jahr 2016 endete die Zuwendung. Den historischen Glanz ver-dankt Görlitz seiner Lage an der Kreuzung zweier wichtiger Handels-straßen: der Via Regia, die von Russland nach Spanien führte, und der Straße von Böhmen bis an die Ostsee. Zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert florierte hier der Fernhandel und verhalf der Stadt zu Wohlstand und überregionaler Bedeutung.

Um 10.30 Uhr treffen wir uns mit 2 Stadtführern, die uns zu einem 1 ½-stündigen Rundgang durch die historische Altstadt einladen. Die Führung endet an der Peterskirche, in der um 12.00 Uhr das Anspiel der bekannten „Sonnenorgel“ stattfindet (ca. 40 Minuten Orgelmusik mit Information), das wir uns anhören werden.
Im Jahr 1703 erhielt die Evang. Stadtkirche St. Peter und Paul zu Görlitz eine neue Orgel, erbaut vom damals hochberühmten italienischen Orgelbauer Eugenio Casparini.
Der Name „Sonnenorgel“ geht auf 17 „Sonnen“ zurück. Die Pfeifen der zwölffachen Pedalmixtur sind strahlenförmig um goldene Sonnengesichter angeordnet.
Von 1980 bis 1992 wurde der Innenraum der Peterskirche fast vollständig restauriert. Zu dieser Zeit entschloss sich die Gemeinde, eine neue Orgel zu bauen und sammelte Geld dafür. Mit Hilfe des „Freundeskreises Görlitzer Orgel“ gelang es, die neue Orgel zu finanzieren. 2004 wurden die „Sonnen“ wieder spielbar gemacht, 2006 wurde die Orgel fertiggestellt. Insgesamt verfügt sie über 88 Register mit 6095 klingenden Pfeifen.

Um 13.00 Uhr nehmen wir unser Mittagessen im Gasthof „Dreibeiniger Hund“ ein.
Dann wird es langsam Zeit, unseren Bus aufzusuchen, der uns sicherlich wieder gut nach Nürnberg zurückbringt.


Wir möchten nochmals anmerken, dass für unsere Teilnehmer, die nicht alles mitlaufen können, die Möglichkeit besteht, nur einen Teil der Strecke zu gehen oder den Gebirgs-Express in Anspruch zu nehmen.Der Gesamtpreis beträgt pro Person im Doppelzimmer 175,-- EURO - im Einzelzimmer 205,-- EURO

Leistungen:

Busfahrt
2 Übernachtungen mit Halbpension
Kurtaxe
Eintritt Burg und Kloster Oybin
Rundfahrt mit Oybiner Gebirgsexpress
Alleinunterhalter
Stadtführung in Görlitz

Teilnehmer: 40

Wir bitten um telefonische Anmeldungen bis 1. September 2017.

Außerdem wird gebeten, nach Anmeldung eine Anzahlung von 50,-- EURO pro Person auf das Konto Peter Wittmann bei der Sparkasse Nürnberg IBAN: DE84760501010002199452 BIC: 55KNDE77XXX (Verwendungszweck: DAV-Herbstwanderung) zu überweisen, den Rest bitte bis Ende September.

Wir hoffen sehr, dass wir ein Gebiet ausgesucht haben, das auch Euch gefallen wird und freuen uns über Euere Teilnahme.

Euere
Rosi Wittmann, Tel. 09122/77153
Gunda Wirth, Tel. 0911/737653
Mirl Gruber, Tel. 09187/8587